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Donnerstag, 29. September 2016

29.09.2016: Unfälle am Berg und in der Kletterhalle

Die wichtigste Nachricht einer Presseinformation des DAV-Hauptvereins bezüglich der Bergnotfälle lautet: Das Risiko, beim Bergsport tödlich zu verunglücken, sinkt seit mehr als 60 Jahren und befindet sich auf einem historischen Tiefststand.  Gleich dahinter kommt aber die zweite Nachricht: seit den 90er Jahren nehmen alpine Notfälle insgesamt leicht zu. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen in die Berge gehen und im Notfall die Alarmierung mit dem Handy nahezu reibungslos funktioniert.


Einen sichtbaren Effekt hat die Übermotivation, mit der viele Bergsportlerinnen und Bergsportler an „Prestigebergen“ unterwegs sind. Hauptursache ist falsche Planung und fehlende Erfahrung, sowie Selbstüberschätzung.


Fest steht weiterhin  -  und das ist für uns von Bedeutung  - das Unfallrisiko beim Indoorklettern ist ausgesprochen gering. Im Jahr 2015 sind 203 Unfälle in 61 Kletteranlagen gemeldet worden. Verglichen mit den vielen hunderttausend Kletterhallenbesuchern ist diese Zahl sehr niedrig. Statistisch gesehen müsste ein durchschnittlicher Kletterer, der einmal in der Woche für 3 Stunden zum Klettern in die Halle geht, über 300 Jahre aktiv sein, bis ein Unfall passiert. Wie bereits in den Jahren zuvor hat sich gezeigt, dass das Verletzungsrisiko beim Bouldern deutlich höher ist als beim Seilklettern. Beim Bouldern passieren allerdings eher Unfälle mit leichteren Verletzungen an den Extremitäten. Beim Seilklettern ist dagegen das Risiko einer schweren Verletzung deutlich höher. Seit dem Jahr 2000 haben sich in Kletterhallen in Deutschland acht tödliche Unfälle ereignet. Alle acht Unfälle sind auf Einbindefehler zurückzuführen  -  also darauf, dass sich die Verunfallten falsch mit dem Sicherungsseil verbunden haben. Diese eindeutige Erkenntnis hat den DAV dazu veranlasst, seine Kampagne „Partnercheck“ zu intensivieren und ein neues Plakat herauszugeben. Es soll die Kletterer in möglichst vielen Kletterhallen daran erinnern, dass sich die Seilpartner vor dem Losklettern gegenseitig kontrollieren. Bei korrekter Durchführung des Partnerchecks können die allermeisten schweren Unfälle vermieden werden.


Gute Vorbereitung und Ausbildung durch diverse Kursangebote beim DAV oder in den Sektionen helfen wirksam bei der Unfallvermeidung und beugen vor.  Informieren Sie Sich über unser vielfältiges Ausbildungsprogramm und gehen Sie somit gut gerüstet in die Berge oder in die Kletterhalle!


Dr. Josef Bauer

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