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Edelweißfest 2018

Freitag, 23. November 2018

Der Alpenverein, Sektion Eichstätt, beging traditionsgemäß am Ende des Bergsteigerjahres, am 23.11.2018, das Edelweißfest, um das Sektionsjahr ausklingen zu lassen und miteinander zu feiern. Dieses Mal versammelte man sich im Hotel Gasthof Schweiger in Wasserzell. Der besondere  Gruß des Vorsitzenden Ralf Eiba galt dem Ehrenvorsitzenden Gerd Sturm sowie dem Ehrenmitglied Gerd Seibold. Zudem begrüßte er recht herzlich alle anwesenden Mitglieder des Vereins sowie des Arbeitsdienstes, die Fachübungsleiter, Jugendleiter und Kletterhallen-Dienstler sowie seine Vorstandskollegen und bedankte sich gleichzeitig für die getane Arbeit und das große ehrenamtliche Engagement im letzten Jahr. Eiba betonte, dass ohne den persönlichen Einsatz Vieler die Arbeit für die Sektion Eichstätt mit ihren mittlerweile mehr als 3.200 Mitgliedern nicht zu stemmen sei.

Im Verlauf des Abends wurden die Jubilare geehrt und Reden mit Rückschau und Ausblicken gehalten. Das abschließende Highlight war dann ein Vortrag des Sektionsmitglieds Günter Kroh, Bergsteiger und Kletterer, über die Rupal-Expedition in den Himalaya 1970 mit der Besteigung des Nanga Parbat durch Reinhold und Günther Meßner. Kurzweilig, mit interessanten Fotos untermalt, völlig frei sowie mit Witz und Charme berichtete Günter über diesen Meilenstein des Bergsteigens, bei dem er selbst live dabei sein konnte. Die Anwesenden bekamen beeindruckende Einblicke in das Bergsteigen der damaligen Zeit mit den Widrigkeiten, die logistisch und politisch zu überwinden waren. So waren die Wartezeiten an den Grenzen länger als gedacht, obwohl Visa vorlagen. Oder es wurde unter den Teilnehmern ausgeknobelt, wer in den zwei von Lawinen gefährdeten Zelten des auf einer engen Flanke stehenden Lagers schlafen musste.

Zuerst jedoch ehrte die Sektion insgesamt 37 langjährige Mitglieder, die ihre Verbundenheit zu den Bergen und dem Alpenverein unter Beweis gestellt haben. Geehrt wurden:

für 25-jährige Mitgliedschaft:

– Ambrosch Dirk
– Blatt Markus
– Dumann-Brusis Sigrid
– Fackler Karin
– Habich Susanne
– Fackler Christoph
– Hezel Margit
– Isl Johann
– Kraus Rainer
– Mayer Herbert F.
– Muck Walter
– Overkamp Hildegard
– Overkamp Joachim
– Hermann Judith
– Schregl Karin
– Bittl Wunibald
– Bittl Andrea

für 40-jährige Mitgliedschaft:

– Bittl Ludwig
– Huf Thomas
– Jakob Georg
– Walk Margarete
– Eder Anton
– Eder Barbara

für 50-jährige Mitgliedschaft:

– Adlkofer Maria
– Adlkofer Xaver
– Klingenbeck Hildegard
– Walk Johann
– Brigl Otto
– Bergér Wilhelm

für 60-jährige Mitgliedschaft:

– Günther-Hofmann Ute
– Magnin Christa
– Oberhofer Wieland
– Pfeiffer Anneliese
– Riss Otto
– Spaleck Christian

für 70-jährige Mitgliedschaft: 

– Klingenbeck Richard
– Wieser Erich

Die zu Ehrenden bekamen eine Ehrennadel sowie Urkunde von den ersten beiden Vorsitzenden Ralf Eiba und Daniel Seibold verliehen. 

Im Anschluss an die Verleihung stellte Otto Riss (Jubilar für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit) dar, dass insbesondere die Alpenvereins-Freundschaften und Bergkameradschaften mit vielen abwechslungsreichen Aktionen am Berg sein Leben prägten. Nicht zuletzt habe er doch auch seine Frau Margret (ehem. Schriftführerin der Sektion) über den Alpenverein kennengelernt. Ein großes Anliegen sei ihm, die Hütten in den Alpen - und so auch die Glorer Hütte, bei deren Erstbesichtigung vor dem Erwerb durch die Sektion er persönlich dabei war - zu erhalten. Solche Hütten seinen für alle Bergsteiger und Ausflügler in den Bergen ein Refugium. Großen Lob sprach er auch für den Arbeitsdienst um Gerd Seibold aus, der in diesem Sommer in einer 1-wöchigen Aktion eine komplette Dachseite der Glorer Hütte komplett neu verschindelt habe. Dies wurde mit Hilfe von 10 bis 15 Mann (und einer Frau) gestemmt. Otto Riss drückte seinen großen Dank und Respekt vor diesen Helfern und allen anderen Ehrenamtlichen im Verein aus. Auch er betonte, dass das Ehrenamt die Stütze des Vereins sei. 

Bei einem Foto-Rückblick über das im September stattgefundene Jubiläum zum 50-Jährigen Besitz der Glorer Hütte resümierte der 2. Vorsitzende Daniel Seibold, dass die Hütte in einem guten Zustand sei, es aber trotzdem Neuerungen bedürfe. So sei ein neuer Pachtvertrag mit dem derzeitigen Hüttenwart aufgesetzt worden – ob dieser zu diesen Konditionen auch in 2020 noch tätig sei, bleibe abzuwarten. In den kommenden Jahren solle der Schwerpunkt der Hütte auf Familienfreundlichkeit gelegt werden, ein Online-Reservierungssystem soll eingerichtet werden sowie am Projekt „So schmecken die Berge“ für das kulinarische Angebot auf der Hütte teilgenommen werden. Erfreuliches sei über die Übernachtungszahlen 2018 zu berichten: bei einem Plus von 1.200 Nächtigungen auf Grund des von wunderbarem Wetter gesegneten Bergsommers habe die Glorer Hütte einen Gewinn von 10.000 Euro erwirtschaftet. Bezüglich der Wege rund um die Hütte sei abzuwarten, wann das Wegenetz in Österreich bald neu vergeben werde. Zudem bedeute ein vermehrter Verkehr mit elektrisch betriebenen Mountainbikes in den Bergen einen erhöhten Pflegeaufwand für Wanderwege. Bei der DAV-Hauptversammlung die Woche vor dem Edelweißfest habe sich der Hauptverband jedoch deutlich gegen motorisiertes Mountainbike-Fahren in den Bergen ausgesprochen, was die Anwesenden mit Applaus zur Kenntnis nahmen.

Auch der ehrenamtliche Leiter der Kletterhalle, Markus Willms, gab ein kleines Resümee ab: so seien im Januar 2018 erstmalig aus eigenen Reihen und Manneskraft der Sektion ohne Unterstützung von Fremdfirmen die Routen in der Halle neu geschraubt worden. Dies war durch die Ausleihe des  Hubsteigers der Fa. Puchtler möglich sowie mit Hilfe fleißiger Hände aus dem Kletterer-Kreis. Hier bedankte er sich herzlich bei Willi Puchtler, allen Mitgliedern des Schrauber-Teams unter der Leitung von Andreas Lindermeier und Markus Wittmann. Im März sei die alte Halle im ehemaligen Hofmühl-Kornspeicher mit freiwilligen Helfern zurück gebaut worden. Im April begannen die Planungen für die Außenkletterfläche am Jurabloc. Diese Fläche konnte im September feierlich eröffnet werden, zugleich erfolgte ein komplettes Umschrauben und Neugestaltung der Routen im Inneren der Halle. Jedoch sei in 2018 des Bergsteigers Freud – nämlich der absolut gigantisch warme Sommer – des Kletterhallen-Leiters Leid gewesen, gingen die Eintritte im Sommerhalbjahr doch erheblich zurück.

Willms betonte, dass die Halle nicht ohne einen ehrenamtlichen Dienst geöffnet sein könne und bedankte sich hier im Besonderen bei allen Aktiven aus dem Kassen- und Bistro-Team unter der Leitung von Monika Kirsch. Zudem rief er dringlich auf, dass sich Interessierte bitte gerne melden können, einen Kassendienst zu übernehmen. Schon mit einem Dienst für die Dauer von 2,5 bis 3 Stunden alle 2 Wochen sei dem Team der Halle schon sehr geholfen. Die Bedienung des Computers am Eingangsbereich sei nach einer kurzen Einweisung einfach zu stemmen. Der Dienst sei gesellig und man komme in Kontakt mit anderen Kletterer und Vereinsmitgliedern. An dieser Stelle dankte er auch Frank Glöcker, der die Software des Kassensystems betreut sowie Gerd Seibold, der den technischen Dienst für die Halle übernimmt. 

Auch der Wanderwart Franz Buchberger gab einen kurzen Abriss über eine in 2018 durchgeführte Weitwanderung. Die Etappenwanderung zum Jubiläum auf der Glorer Hütte mit Start in Bad Reichenhall über 7 Tage fand auf schönsten Wegen in den Alpen statt.

Die Fachübungsleiter Mountainbike Herbert Kirschner und Markus Misslbeck gaben einen kurzen Rückblick auf die Aktivitäten im Jahr (unter anderem ein Kurs fürs Bergabfahren und eine Biketour in den Dolomiten) und teilten Interessierten mit, dass über die Mountainbike-Sparte Trikos und Regenjacken im Alpenvereins-Design bestellt werden können.

Der Abend fand nach dem eingangs erwähnten Vortrag von Günter Kroh über die Expedition ins Himalaya-Gebirge einen gemütlichen Ausklang. Die musikalische Gestaltung übernahm eine Abordnung der Blasmusik Dollnstein unter Leitung von Andreas Würzburger und das Trio Frank Rohne & Friends.

Bericht & Foto: Maria Reif

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