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MTB DOLOMITEN 1 Cortina d` Ampezzo

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Mittwoch, 29. Juni 2016 - Sonntag, 03. Juli 2016

Der einstige Olympiaort Cortina d`Ampezzo, umringt von mehreren 3000 m hohen Felstürmen, war unser Stützpunkt in den Dolomiten. Von Missurinasee aus umrundeten wir am ersten Tag die legendären Drei Zinnen. Unvergesslich bleibt für uns der überwältigende Eindruck der Zinnenwände nach Querung des Patternsattel. Aufgrund der noch frühen Wandersaison war die Konfrontation mit Halbschuhtouristen in dieser sonst übervölkerten Bilderbuchbergkulisse völlig unproblematisch.

Die Morgensonne spiegelte sich noch am Lagazuoi und in den mächtigen Tofanewänden, als wir am zweiten Tag vom Valporalapass zum Col di Lana fuhren. Am Blutberg, wie der Col di Lana seit dem 1. Weltkrieg auch genannt wird, wurde die erste Gipfelsprengung durch Unterminierung durchgeführt, da der Stellungskrieg nicht den gewünschten Erfolg brachte. Tausende Soldaten fanden hier den Tod. Entlang der ehem. Kanonenstellungen und Schützengräben umrundeten wir den geschichtsträchtigen Ort. Das Befahren des schmalen, stark eingetieften Weges war sehr anspruchsvoll. Mehrere Tragepassagen an teils ausgesetzten Bergflanken waren notwendig. Gegensätzlicher hätten diese beide Tourentage nicht sein können. Trubel an den mächtigen Drei Zinnen und friedliche Stille an dem unscheinbaren Col di Lana. 

Dreitagestour

1. Etappe
Schluderbach-Plätzwiese-Alt Pragser Tal-Ofensattel-Sennesalm-Pederü Fannesalm

Die erste Etappe unserer Dreitagestour war recht knackig, da die 2000 Höhenmetermarke wurde bei weitem überschritten wurde. Die extrem steilen Anstiege und langen Tragepassagen in teils felsigem Gelände zur Roßalm und Ofenscharte forderten uns sehr. Über das Hochplateau der Plätzwiese mit den saftig grünen Weiden ging es vom Alt Pragser Tal über die Ofenscharte auf die Senneshochfläche. Im urigen Rifugio Biealla gabs dann Capuccino und Apfelstrudel. Die Karstlandschaft der Sennesalm gleicht einem Steinmeer, durchzogen von kleinen Latschenniederungen. Nach der langen, extrem steilen Abfahrt runter zur Pederü folgte die letzte Auffahrt des Tages, eine Schotterpiste zur Fannesalm. In der Lavarellahütte entlohnte uns ein gutes Abendessen sowie ein gemütliches Nachtlager für die Mühen des Tages. 

 2.Etappe

Fanesalm-Limojoch-Capanna Alpina-Valporalla Pass-Cinque Torri-
Rifugio Averau-Nuvolauhütte

Am nächsten Morgen ging es über die  traumhafte Faneshochebene zwischen Piz des Conturines im Norden und Pizes de Ciampestrin Richtung Nordflanke des Lagazuoi ins Gadertal. Die Auffahrt zum Falzaregopass wurde als „Zeitfahrwertung“ deklariert und von Stefan klar gewonnen. Von hier radelten wir über eine grobgeschotterte, steile Fahrstraße an den bekannten Felstürmen der Cinque Torri vorbei zum Rifugio Averau. Nach kurzer Einkehr folgte eine steile Tragepassage zum Rifugio Nuvolau. Der grandiose  Ausblick entschädigte für die Strapazen der letzten Stunden. Die Nuvolauhütte liegt auf 2500 m, ist die älteste Hütte der Dolomiten und thront wie ein Adlernest auf dem Gipfel. Der Komfort ist recht eingeschränkt: es gibt keine Duschen, nur Waschbecken, eine Toilette und kein WLAN. 

3. Etappe
Nuvolau-Rifugio Fedare-Passo Giau-Forcula de Col Piombin-Forccula Ambrizolla-Rifugio Crod da Lago -Cortina-Schluderbach

Bei leichten Nebel verließen wir unser Adlernest und starteten mit einer schönen Trailabfahrt zum Rifugio Fedare. Parallel läuft gerade ein Bikerennen und wir spielen dazu Statisten ohne Gewinnaussichten und nutzten die freie Auffahrt zum Passo Giau. Nach dem Pass folgte eine sehr schwierige Durchquerung  zwischen den Gipfeln des Cernera, Becco di Mezzodi und Croda da Lago zur Forccula Ambrizola. Ein schöner Downhill runter zum türkisfarbenen Lago Federa, in dem sich die steilen Wände des Croda da Lago spiegelten. Im Rifugio stärkten wir uns mit typisch ladinischem Essen. Auf einem steilen, schmalen Trail gings dann 1000 Höhenmeter runter nach Cortina d Ampezzo. Über die ehem. Bahntrasse im Schatten der Tofane und der Cristallogruppe fuhren wir zum Parkplatz nach Schluderbach zurück. 

Großes Kompliment an die Teilnehmer: Dieter, Stefan, Wolfgang, Gerhard und Thomas haben die Tour super gemeistert. Trotz sehr steiler Anstiege und schwieriger Tragepassagen in teils stark verblocktem Gelände gabs nie ein Murren. Teamgeist und ein freundschaftlicher Umgang hat für uns diese fünf Tage in den Ampezzaner Dolomiten zu einen unvergessen Erlebnis werden lassen. In Erinnerung bleiben für uns auch die sichtbaren Spuren des 1. Weltkrieges. In diesem Gebirgsabschnitt zwischen Col di Lana und Drei Zinnen verlief die Alpenfront. Viele tausend Soldaten  fanden vor 100 Jahren in dieser bezauberten Berglandschaft den Tod, dort wo sich heute Bergwanderer und Mountainbiker tummeln.

Bericht: Herbert Kirschner
Fotos: Gerhard Pachowsky, Stefan Glasner, OH, Herbert Kirschner

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