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Arbeitseinsatz Glorer-Hütte Mai 2021

Es ist Freitag der 21.05.21. Draussen zwischen 4 und 6 meter Schnee, brutaler Wind, Nebel, white out.

In das Innere der Küche dringt kein Sonnenlicht. Unter dem Licht der Neonröhren schlagen Tom Feigl und Gerd Seibold den Putz von der Küchenwand Marc Liebermann und Max Eichenseer versuchen mit Schneeschuhen den Aufstieg.

Die Küche versinkt im Staub. Unser Hüttenwirt Wolfgang versucht  das schlimmste mit Folienabdeckungen zu verhindern. Es wird nicht gelingen.

Doch zurück. Wie konnte es soweit kommen?

Alles begann ein Jahr zuvor bei einem Arbeitseinsatz im Frühjar 2020. Hier viel der wohl im Spaß gemeinte Satz: "Warum gibt es auf der Hütte eigentlich kein Gutmann-Weizen?".

Wenige Wochen später meldete sich Thomas Wiesent mit einer überraschenden Nachricht. Die Lieferkette nach Kals würde stehen. Bedenken des Hüttenwirtes zu der nicht möglichen Kühlung der Flaschen wurde durch einen von der Brauerei bezuschussten Tisch mit Flaschenkühlung beseitigt. Ein Aufstellort in der Küche wurde gefunden, die Bain Marie könne weichen, werde nicht mehr gebraucht.

OK, nun denn, heimisches Bier auf der Hütte.

Der Flaschenkühler wurde im Herbst geliefert und passte tatsächlich um wenige mm in das Kistl.

Nach Demontage der Bain Marie jedoch die Ernüchterung. Aufgrund der dahinter befindlichen Gas und Wasserinstallation ist ein Aufstellen des Flaschenkühlers nicht möglich. Der Ort der Kühlung direkt neben dem Holzofen wird zudem nochmals kritisch hinterfragt.

Entstehender Hau-Ruck Enthusiasmus und die Suche nach einer guten und langfristigen Lösung werden mit dem Hüttenwirt im Laufe des Abends sorgsam abgewogen. Die nun 40 Jahre alte bestehende Küche sorgsam inspiziert.

Es treten immer mehr Problemstellen zu Tage. Der Industriespüler ist ein Unterbaugerät. Es müssen bei gutem Geschäft bis zu 150 volle Tellerkörbe nach unten und wieder hoch gehoben werden. Die Spanplattenschränke werden von einer Vielzahl von Spax zusammen gehalten. Der Anblick hinter die Schränke wird nicht weiter beschrieben. Die Anordnung der Geräte entspricht nicht den Abläufen in der Küche.

Es folgen Planung und Angebotseinholung durch unseren Hüttenwart Tobi Frey im Winter. Dank Corona war hier ja zeit.

Ein großer Umbau der Küche ist nur vor oder nach der Saison möglich.

So begann es sich nun, dass ein Voraustrupp bestehend aus Gerd und Daniel Seibold sowie Tom Feigl mit Werkzeug und Material am Tag nach der Grenzöffnung zu Österreich den Weg auf die Hütte antraten.

Bei noch strahlendem Sonnenschein konnte aufgestiegen werden. Ab der Hälfte des Weges musste auf Schneeschuhe bzw. Tourenski zurück gegriffen werden.

Donnerstag Abend wurden die letzten Rohre ausgemessen und so konnte der Nachtrupp bestehend aus Max und Marc in der Nacht das richtige Material Laden und die Anreise antreten.

Freitags wurde die Küche ausgebaut, der schimmelige Putz abgeschlagen und die Rohrleitungen entfernt.

Samstag und Sonntag wurde neu verputzt und die Leitungen neu verlegt.

Unterbrochen wurden die Arbeiten lediglich durch etwas längere Materialtransporte. Das Materialkistl blieb leider jeweils ca. 20m unter der letzten Stütze im Schnee stecken.

Das Fliesen der Wände übernahm unser Hüttenwirt Wolfi in Eigenregie.

Am 31.05 wurde die Küche vom Küchenbau aufgestellt.

Wir wünschen unserem Wolfi viel Erfolg und Spaß mit der neuen Küche.

Hier nochmals unsere Entschuldigung für das große Chaos und die sicher notwendigen intensiven Aufräum- und Putzarbeiten.

Daniel Seibold

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