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Trekkingtour durch die schottischen Highlands

Samstag, 01. August 2015 - Montag, 10. August 2015

Unsere Reise in die schottischen Highlands begann an einem sonnigen Samstagmittag Anfang August in der Kletterhalle bei der Hofmühlbrauerei, wo wir die letzten Einkäufe auf die großen Rucksäcke verteilten und im Anschluss zum Bahnhof hinabliefen.

Die Entscheidung für eine umweltfreundliche Anreise rächte sich bereits am Bahnhof „Flughafen Frankfurt“. Aufgrund eines Personenschadens auf den Gleisen war unsere Strecke nach Düsseldorf komplett gesperrt. Laut Aussagen der DB würde dies auch für die kommenden Stunden so bleiben. Wie die Irren rannten wir zum nächsten Großraumtaxi, um ja noch den Fernbus in Düsseldorf nach Großbritannien rechtzeitig zu erreichen. Auf den Taxikosten blieben wir letztendlich leider sitzen, da wir unter Stress den Beleg für die DB vergessen hatten. Selbst Anrufe bei der Taxizentrale erbrachten kein Ergebnis. Dumm gelaufen...

Mit der Fähre ging es bei Sonnenaufgang von Calais schließlich weiter nach Dover. London erreichten wir mit insgesamt zwei Stunden Verspätung – wie hätte es auch anders kommen sollen? Aber wie hat der Busfahrer des Fernbusses so treffend gemeint: „Wenn Sie zu Hause sitzen bleiben, haben Sie sicher keine Verspätung.“ Der Anschlusszug nach Glasgow war folglich verpasst. Wenigstens war das Zugpersonal kulant genug, sodass wir einfach den nächsten Zug nehmen durften. Zumindest einmal etwas Glück auf der Anreise. Von Glasgow aus ging es mit einem letzten Zug weiter in den Vorort Dumbarton East.

Bereits am späten Nachmittag stiegen wir in die Einsamkeit der ersten Berge auf und kämpften uns durch teilweise sumpfiges und wegloses Gelände, konnten dabei aber die ersten wunderschönen Ausblicke erhaschen. Im beginnenden Regen stellten wir schließlich unsere Zelte auf. Uns hatte es bereits gewundert, dass es in Schottland so lange Zeit trocken geblieben ist.

Auch die folgenden Nächte hielt sich der Regen, wohingegen tagsüber das Wetter bis auf einen richtig miesen Tag mit starkem Dauerregen weitgehend passte. Der Regen an und für sich war nicht weiter tragisch. Blöd nur, dass das größere Zelt bereits in der zweiten Nacht die Nässe durchließ. Froh waren wir entsprechend über zwei Nächte auf Campingplätzen, wo zumindest ein Teil der Ausrüstung getrocknet werden konnte.

Unsere, nach einem eher etwas unbekannteren Trekkingführer gewählte, Route verlief teils querfeldein durch Sumpfgelände, durch meterhohe Farnwälder, teils über grasige Hügel, größere Strecken aber auch auf dem gut befestigten West Highland Way, dem bekanntesten schottischen Weitwanderweg. Diesen hatten wir als grobe Orientierung herausgesucht, wählten aber je nach Wetter und Kondition anspruchsvollere Etappen über Berge oder durch einsamere Seitentäler.

Als Highlights können sicherlich die Etappen über den Ben Lui und den Beinn Dorain gesehen werden. Beim Ben Lui mussten wir leider aufgrund des unsicheren Wetters auf die Besteigung des Gipfels verzichten, wählten dafür aber eine Variante durch ein zwar teilweise sumpfiges, ansonsten aber wunderschönes Tal. Am Beinn Dorain wurden wir dagegen von der SONNE verwöhnt, sodass wir uns für eine etwas anspruchsvollere Etappe mit 850 hm entschieden. Belohnt wurden wir durch ein absolut fantastisches 360°-Panorama am Gipfel, von welchem weite Teile der Highlands überblickt werden konnten, zumal es an diesem Tag die Sicht zuließ. Ja, in Schottland kann es auch mal schön Wetter sein.

Bei der Etappe über den Black Mount wurden wir hingegen von stärkerem Wind – und wieder einmal Regen – heimgesucht. Selbst zum Kochen am Abend war es uns zu mieses Wetter, sodass wir auf unseren ständigen Vorrat an Weißbrot und Erdnuss-Nougat-Creme zurückgriffen. Auch auf diese Weise kommt man auf seinen Tagesbedarf an Kalorien :-)

Das größere Zelt ließ dieses mal jedoch sämtlichen Regen direkt durch die Außenhülle. Das Ergebnis war eine komplett durchnässte Ausrüstung im Innenzelt. Wir kamen zu dem Schluss, dass wir mit diesem Zelt nicht weitergehen konnten und es deshalb das Beste wäre die Tour an dieser Stelle abzubrechen. Ein neues Zelt zu kaufen wäre erst am Zielpunkt der Trekkingtour möglich gewesen und auf feste Unterkünfte zurückzugreifen wäre wohl deutlich teurer geworden als ein Abbruch der Tour. Ohnehin hatten wir bereits über 140 km zurückgelegt und das in lediglich 7 Tagen mit schwerer Ausrüstung und teilweise weglosem Sumpfgelände! Eine Leistung auf die wir allemal stolz sein können.

Also ging es mit dem Bus zunächst zurück nach Glasgow, weiter nach Edinburgh und von dort aus am nächsten Abend mit dem Flugzeug nach München, wo wir von bestem Wetter empfangen wurden. Auch wenn das Wetter nicht ganz so mitgespielt hat wie erhofft, so war es doch eine äußerst erlebnisreiche Tour. Und landschaftlich sind die schottischen Highlands allemal einen Besuch wert.

Bericht & Fotos: Samira Hausen, Jan Rauschenberger

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